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Abarth 500e: Vom Blitz befeuert

Es war nur eine Frage der Zeit, dass Abarth folgen musste: Fiat holt die sportlichen Ableger seiner Markenikone 500 an die Steckdose. Pardon, „Abarth ist nicht Fiat, sondern mehr“, betonte CEO Olivier Francois bei der Präsentation des neuen Modells gestern in Turin. Die Maxime „kleine Autos, großer Spaß“, soll der Abarth 500e in eine neue Dimension heben.

Mit einem Klassenbestwert von sieben Sekunden sprintet der unter Strom stehende Skorpion aus dem Stand auf Tempo 100. Noch wichtiger und beeindruckender: Beim Durchzug von 20 auf 40 km/h benötigt ein 695 die doppelte Zeit, und von 60 auf 100 km/h ist der Abarth 500e immer noch 20 Prozent schneller als das Schwestermodell. Das passt also schon einmal. Ohnehin profitiert er per se von der breiteren Spur und dem etwas längerem Radstand des Fiat 500 Electric gegenüber den Verbrennern, die noch mit der alten Karosserie herumfahren.

Und Abarth wäre nicht Abarth, wenn der Skorpion nahezu stumm bliebe. Auf Wunsch ist als Sonderausstattung ein Soundgenerator mit an Bord des kleinen Elektroflitzers. Er klingt zwar ein wenig künstlich – aber immerhin. Die Idee ist nicht neu, wird hier aber zum ersten Mal außerhalb des Premiumsegments und in einem Kleinwagen umgesetzt. Der Batterieantrieb bringt es außerdem mit sich, dass der Elektro-Skorpion dank besserer Gewichtsverteilung auch beim Handling sowie der Bremsleistung den 595 und 695 aussticht. Damit, so Francois, stehe der ganz im Geiste von Firmengründer Carlo Abarth, dem es in den 1950er-und 1960er-Jahren darum ging, Serienfahrzeuge von Fiat – allen voran den 500 – zu besserer Beschleunigung und sportlicherem Handling zu verhelfen.

Der Elektromotor leistet 113 kW (154 PS) und wird von einer Batterie mit 42 Kilowattstunden gespeist. Er liefert ein Drehmoment von 235 Newtonmetern. Wie scharf der Stachel sticht entscheiden die drei verfügbaren Fahrmodi. In der Einstellung Turismo wird das Temperament zugunsten einer etwas sanfteren Leistungsentfaltung gezügelt, das Drehmoment leicht auf 220 Nm und die Leistung auf 100 kW zugunsten der Effizienz zurückgenommen. Scorpion Street ist die Standardstufe und ist ebenfalls fürs One-Pedal-Driving ausgelegt. Die volle Performance stellt der Abarth 500e dann im Modus Scorpion Track zur Verfügung. Einen Zahn muss sich der Abarth des Elektrozeitalters aber dann doch ziehen lassen: Weiterem ungestümen Vorwärtsdrang setzt die Elektronik bei einer Höchstgeschwindigkeit von 155 km/h ein Ende.

Der Abarth 500e verfügt über ein 85-kW-Schnellladesystem. Es verspricht Strom für etwa 40 Kilometer in nicht einmal fünf Minuten, und zu 80 Prozent soll die Batterie in etwas über einen halben Stunde wieder gefüllt sein. Für daheim offeriert der Mutterkonzern Stellantis eine Plug-and-Play-Wallbox für die Steckdose. Als Normreichweite werden für den kleinen Stromer 250 Kilometer angegeben.

Premiere hat mit ihm das modernisierte Markenlogo mit einem Blitz unter dem Skorpion und das sich auch an den hinteren Fahrzeugflanken findet. An Front und Heck ersetzt zudem der Namensschriftzug das bisherige Wappen. Sportliche Insignien wie Seitenschürzen, ein jeweils Frontspoiler- und Heckdiffusoreinsatz, spezielle Leichtmetallräder und Spiegelkappen in Titanium Grey heben den Abarth vom Fiat 500e ab. Das Cabrio hat einen in das Verdeck integrierten Spoiler, die Limousine abgedunkelte hintere Scheiben.

Seinen ersten Auftritt hat der 500e als voll ausgestattete Launch Edition „Scorpionissima“ wahlweise in Acid Green oder Poison Blue. Die Anzahl der Fahrzeuge ist auf 1949 (dem Gründungsjahr der Marke Abarth) limitiert. Es gibt unter anderem ein Echtheitszertifikat, exklusive Seitenstreifen und spezielle 18-Zoll-Leichtmetallfelgen mit Diamantschliff sowie bei der Limousine ein festes Glasdach. Das Einführungsmodell wird in einer exklusiven, einmonatigen Vorreservierungsphase zunächst ausschließlich den weltweit über 160.000 Mitgliedern der Abarth-Community „The Scorpionship“ angeboten. Die Limousine kostet 43.000 Euro, das Cabrio 46.000 Euro. Die Markteinführung des Abarth 500e ist für Juni geplant.

Er ist übrigens nicht das einzige neue Modell der Marke. In Brasilien, wo Fiat Marktführer ist, wurde vergangene Woche der Abarth Pulse eingeführt. Er ist das erste SUV mit dem Skorpion im Logo und bedeutet die Rückkehr von Abarth auf den südamerikanischen Kontinent. Der 500e wird folgen. Der Fiat-Ableger will sich ohnehin global stärker ins Spiel bringen. In Japan etwa ist Abarth im Jahr 2009 mit 400 verkauften Autos gestartet, 2017 waren es bereits mehr als 3000. Auch dort hat sich inzwischen eine Fankultur um die kleinen Sportwagen entwickelt. (Jens Riedel/cen)

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Präsentation des Abarth 500e in Turin.

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